Bundesverfassungsgericht verstößt mit Kindeswohl gegen die Verfassung

Das Bundesverfassungsgericht hat kürzlich einen Antrag abgelehnt und sieht keine gesetzgeberische Pflicht, das paritätische Wechselmodell gesetzlich zu verankern. Dies lasse sich nicht aus dem Grundgesetz oder der UN-Kinderrechtskonvention ableiten.

Das BVerfG hat in der Begründung den in meinen Augen unzulässigen Zusammenhang zwischen Kindeswohl und Elternkonflikt hergestellt. Dass dem Kindeswohl bei „hoch strittigen“ Eltern entspräche, wenn es hauptsächlich bei einem Elternteil lebe, ist Ideologie und nicht Recht. Im Gegenteil, es verstößt gegen das Kindeswohl und das Gleichberechtigungsprinzip, welchen sich alle Staaten durch Anerkennung der Europäischen Menschenrechtskonvention verpflichtet haben.

Dahinter steckt traditionelles Denken und eine menschenverachtende familiäre Machtstruktur. Wer einem Elternteil die Macht über das Kind gibt, indem es nur einen Lebensmittelpunkt hat, schafft Ruhe durch behördlich legitimierten Machtmissbrauch.

Der „besuchende Elternteil“ wird sich hüten, den Konflikt mit dem Macht-Elternteil zu suchen um den Kontakt zu seinen Kindern nicht zu verlieren. Tut er es trotzdem, kann er das Kind aufgrund der Machtfülle des anderen Elternteils komplett verlieren. Das Kind und der schwache Elternteil sind dem mächtigen Elternteil ausgeliefert. Die Ruhe herrscht nur an der Oberfläche. Im Untergrund werden die Existenzen und Seelen von unterdrückten Kindern und Eltern zerstört.

Das Kindeswohl gehört unbedingt vom Elternkonflikt entkoppelt, damit Ruhe nicht durch Macht und Unterdrückung erzwungen wird, sondern durch Gleichberechtigung ausgehandelt werden kann. Die größte Angst eines Scheidungskind ist, einen Elternteil wegen des Streits der Eltern zu verlieren.Genau diese Angst gibt das Bundesverfassungsgericht dem mächtigen Elternteil als Instrument in die Hand, um als Gewaltinstanz für einen trügerischen Frieden zu sorgen.

Indem das BVerfG das Kindeswohl in einer notfalls mit einseitiger elterlicher Gewalt herzustellenden Ruhe erfüllt sieht, verstößt es selbst gegen das Grundgesetz und die UN-Kinderrechtskonvention. Die Rechte des Kindes und eines Elternteils sowie deren psychische Unversertheit werden verletzt.

Ich sage es deutlich und klar: Das BVerfG hat 1956 gegen das Grundgesetz verstoßen, weil es die Strafbarkeit von Homosexualität als verfassungskonform bezeichnet hat. Am 22. Januar 2018 hat es wieder gegen das Grundgesetz verstoßen, weil es den Konflikt der Trennungs-Eltern als legitimen Grund nennt, um Kindern einen Elternteil vorzuenthalten.

Hinter der Verteufelung der Homosexualität stand eine Ideologie des richtigen und des falschen sexuellen Verhaltens. Hinter dem Kindeswohl steht die Ideologie des besseren und des schlechteren Elternteils. So wie 1956 erzkonservative Richter am BVerfG für unsägliches Leid von Homosexuellen durch gesellschaftliche Ausgrenzung verantwortlich waren, so sind heute erzkonservative Richter am BVerfG für das unsägliche Leid von Kindern und Eltern durch familiäre Ausgrenzung verantwortlich.

Die Ausgrenzung von Homosexuellen mit Duldung des BVerfG war würdelos für dieses Land – die Ausgrenzung von Eltern und Kindern ist es ebenso. Das BVerfG verletzt somit Art. 1, Abs. 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Nachzulesen auch unter:

https://freifam.wordpress.com

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